//AUFTRAGGEBER
Privat
//ORT
Moers
//WOHNFLÄCHE
370 m²
//WOHNEINHEITEN
1
//PROJEKTPHASEN
1 - 8
//STATUS
Im Bau
Die Bauherren sind mit dem Wunsch an uns herangetreten, ein bebautes Grundstück in unmittelbarer Nähe zum Schlosspark in Moers zu erwerben. Bereits in einem frühen Stadium des Projekts stand die grundlegende Frage im Raum, ob die vorhandene Bausubstanz auf dem Grundstück den funktionalen, gestalterischen und energetischen Anforderungen der Bauherren entsprechend umgebaut und erweitert werden kann oder ob ein vollständiger Rückbau mit anschließendem Neubau die sinnvollere Lösung darstellt.
Im Zuge einer umfassenden Bestandsanalyse wurden sowohl die bauliche Substanz als auch die räumlichen Strukturen und die statischen Gegebenheiten eingehend geprüft. Dabei zeigte sich, dass die vorhandene Gebäudestruktur nur mit erheblichem konstruktivem und wirtschaftlichem Aufwand an die gewünschten Raumprogramme, die moderne Haustechnik sowie die angestrebte architektonische Qualität angepasst werden könnte.
Vor diesem Hintergrund fiel die Entscheidung zugunsten eines Neubaus, der deutlich mehr gestalterische Freiheit und Planungssicherheit bot. Im weiteren Entwurfsprozess entwickelte sich schrittweise ein großzügiges, vollunterkellertes, zweigeschossiges Einfamilienhaus mit zusätzlichem Staffelgeschoss.
Bereits der Abbruch des Bestandsgebäudes stellte sich als technisch anspruchsvolle Aufgabe dar. Im Zuge der Abbrucharbeiten wurde festgestellt, dass sich auf dem Grundstück noch Teile einer vergessenen historischen Bunkeranlage befanden, deren massive Stahlbetonbauteile sich bis auf das angrenzende Nachbargrundstück erstreckten. Diese Altlast erforderte eine besonders sorgfältige Planung und Abstimmung mit allen Beteiligten, um sowohl statische als auch nachbarschaftliche Belange zu berücksichtigen. Glücklicherweise lagen die verbliebenen Bauteile am Rand des Grundstücks, sodass es möglich war, die neue Baugrube sowie den Kellerbereich um die bestehende Bunkerstruktur herum zu planen. Durch diese präzise Koordination von Abbruch- und Tiefbauarbeiten konnte ein kosten- und zeitintensiver Komplettabbruch der massiven Anlage vermieden werden.
Das neue Gebäude wurde klar zoniert konzipiert: Während im Erdgeschoss die öffentlichen und gemeinschaftlich genutzten Bereiche untergebracht sind, befinden sich die privaten Rückzugsräume in den Obergeschossen. Die Erschließung erfolgt über einen großzügig dimensionierten Flur, der durch große Fensterflächen geprägt ist. Diese sorgen nicht nur für eine helle, einladende Atmosphäre, sondern stellen auch gezielte Sichtbeziehungen zum Außenraum her.
Ein wesentliches gestalterisches Prinzip des Hauses besteht darin, sich zur Straßenseite hin eher zurückhaltend zu zeigen. Hier wurden nur wenige, präzise gesetzte Öffnungen vorgesehen, die Privatheit gewährleisten und dem Gebäude eine ruhige, klare Fassadenstruktur verleihen. Im Gegensatz dazu öffnet sich das Haus großzügig zur Gartenseite und orientiert sich mit weitläufigen Verglasungen zum Grünraum und zum nahegelegenen Schlosspark. Diese Ausrichtung ermöglicht eindrucksvolle Blickbeziehungen ins Freie und verstärkt die Einbindung des Hauses in seine landschaftliche Umgebung.
Gestalterisch wird das Gebäude durch eine helle, fein strukturierte Putzfassade geprägt, die durch dunkle Akzente kontrastiert und klar gegliedert wird. Dieses Zusammenspiel aus hellen und dunklen Flächen verleiht dem Baukörper eine zeitlose Eleganz und betont seine moderne Architektursprache.
Ein besonderes Highlight bildet der großzügige Wohn- und Essbereich mit angeschlossener Küche im Erdgeschoss. Dieser offen gestaltete Raum fungiert als zentraler Lebensmittelpunkt der Familie. Großflächige Verglasungen ermöglichen von hier aus einen freien Blick in den Garten und auf den Schlosspark und schaffen eine fließende Verbindung zwischen Innen- und Außenraum.