//AUFTRAGGEBER
Privat
//ORT
Krefeld
//NUTZFLÄCHE
1.000 m²
//GRUPPEN
6
//PROJEKTPHASEN
1 - 4
//STATUS
Abgeschlossen
Das hier umgeplante Gebäude blickt auf eine bewegte und abwechslungsreiche Vergangenheit zurück und ist seit jeher ein prägender Bestandteil seines Umfelds. Ursprünglich wurde es als Kino mit vier Sälen errichtet und diente über viele Jahre hinweg als kultureller Treffpunkt für die Nachbarschaft. Neben den Kinoräumen beherbergte das Gebäude ein Ladenlokal im Erdgeschoss sowie darüberliegende Wohnungen, wodurch eine lebendige Mischnutzung entstand, die dem Haus von Beginn an eine besondere Dynamik verlieh.
Im Laufe der Zeit verlor das Kino schließlich seine ursprüngliche Funktion. In den darauffolgenden Jahren wurde das Gebäude zunächst als Spielhalle genutzt, bevor es später zu einer Bar umgewandelt wurde. Jede dieser Nutzungen hinterließ ihre Spuren und trug ein weiteres Kapitel zur Geschichte des Hauses bei.
Der Bauherr trat schließlich mit der Idee an uns heran, die ehemaligen Kinoräumlichkeiten einer neuen, zukunftsorientierten Nutzung zuzuführen und dort eine Kindertagesstätte einzurichten. Ziel war es, einen Ort zu schaffen, der Kindern Raum zum Spielen, Lernen und Wachsen bietet und gleichzeitig einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag leistet. Angesichts des Mangels an Kita-Plätzen war auch die Stadt Krefeld von Anfang an von diesem Vorhaben überzeugt und unterstützte die Idee. So wurde aus einem Gebäude mit kultureller und freizeitorientierter Vergangenheit ein Ort mit sozialer und pädagogischer Zukunft – ein gelungener Schritt, um Bestehendes zu bewahren und zugleich neue Perspektiven zu eröffnen.
Die Besonderheiten, die sich aus der ursprünglichen Nutzung des Gebäudes als Kino ergaben, stellten im Rahmen der Umplanung sowohl planerische Herausforderungen als auch gestalterische Chancen dar. Insbesondere die für Kinoräume typischen, abgeschrägten Fußböden der ehemaligen Säle erforderten eine durchdachte und technisch präzise Lösung. Gleichzeitig verfügten die ehemaligen Kinosäle über außergewöhnlich große Raumhöhen, die dem Gebäude bis heute ein beeindruckendes Raumgefühl verleihen. Diese Großzügigkeit galt es zu bewahren und zugleich funktional in ein kindgerechtes Raumkonzept zu integrieren.
Eine weitere zentrale Herausforderung bestand in der Belichtung mit natürlichem Tageslicht. Aufgrund der früheren Nutzung als Kino waren die Fassaden weitgehend geschlossen; Fensteröffnungen waren kaum vorhanden. Für eine Kindertagesstätte jedoch sind helle, freundliche und natürlich belichtete Räume von entscheidender Bedeutung, sowohl aus pädagogischer als auch aus bauordnungsrechtlicher Sicht. Entsprechend erforderte die Planung ein sensibles Eingreifen in die bestehende Struktur.
Im Zuge der Umnutzung wurden die Fußböden im Bereich der ehemaligen Kinosäle aufgeständert und so nivelliert, dass ebene, gut nutzbare Flächen entstanden. Gleichzeitig wurde die Fassade in enger Abstimmung mit den baulichen Gegebenheiten umfangreich geöffnet und die alten Säle mit großzügigen Fensterflächen ausgestattet. Dadurch konnten helle, freundliche Räume mit hoher Aufenthaltsqualität geschaffen werden, ohne den Charakter der Bestandskubatur zu verlieren.
Durch diese gezielten baulichen Maßnahmen ist es gelungen, innerhalb der vorhandenen Gebäudestruktur eine sechsgruppige Kindertagesstätte unterzubringen, inklusive aller erforderlichen Nebenräume wie Sanitärbereiche, Personalräume, Technik- und Lagerräume. So verbindet das Projekt den respektvollen Umgang mit dem Bestand mit einer funktionalen und zukunftsfähigen Nutzung, die den besonderen räumlichen Qualitäten des ehemaligen Kinos eine neue, lebendige Bedeutung verleiht.